Männer an Frischluft – Das Konzert

 

Quasi Sauerstoff pur für das freie Durchatmen der musikalischen Lunge versprach der Männerchor Götzis. Und er hielt, was er versprochen hatte. Unkonventionell, mit Charme und einigem Augenzwinkern bewegten sich die Sänger des Männerchor Götzis unter der Leitung von Frischluft-Experte Oskar Egle mal luftig leicht, mal mit Orkanstärke über die Kontinente und durch die musikalischen Genres.

Begleitet wurde der Männerchor Götzis dabei von Pianist Dietmar Sigmund, der am Flügel für Aufwind sorgte.

Die StreetBand Frischluft unter der Leitung von Herbert Walser-Breuß mit Andrin Lüchinger (Tuba), Jakob Lampert (Trompete), Rafael Frei (Tenorsaxophon), Rochus Burtscher (Percussion) und Carina Müller (Sängerin) bildeten mit ihren fetzigen und improvisationsreichen Darbietungen die nötigen Luftwirbel, um die Frischluft in Bewegung zu halten.

Mit einem Introfilm – der Oscar für das Drehbuch ging an Bruno Fleisch, Helmut Müller erhielt den Oscar für Kamera und Schnitt – konnte das Publikum der ausverkauften Kulturbühne Am Bach in Götzis sich am 23.06.2018 live ein Bild von der Disziplin und dem Engagement der Sänger des Männerchors Götzis machen und das Eintreffen des Chores und dessen Vorbereitungen auf das Konzert miterleben.

Von einem Augenblick zum anderen war das Publikum mit „Mad World“ von Roland Orzobal, Arr.: Daniel Dickopf, in der verrückten Welt des Pop, für die nur noch ein „Hallelujah“ von Leonard Cohen, Arr.: Jonathan Wikeley, half.

„Henry“ (Nicole Johänntgen, Arr.: Herbert Walser-Breuß) war der erste Windstoß der StreetBand Frischluft, der den Männerchor in die Welt des Barbershop blies.

Kaum mit „Tee-idle dum dum“ (Arr.: The Barbershop Harmony Society), „My Evaline (Arr.: A.E. Hall) und “The Darktown Strutters Ball” von Shelton Brooks (Arr.: Edward Waesche) in der vierstimmigen A-Capella-Welt des amerikanischen Barbershop angekommen, verschlug der nächste Luftwirbel der Frischluft mit „Whoza Mitwana – The Homecoming Song“ von Abdullah Ibrahim, Arr.: Herbert Walser-Breuß, den Männerchor Götzis nach Afrika. Mit dem Zulu-Lied „Vela!“ (Arr.: Niel van der Watt) und dem Xhosa-Volkslied „Bawo Thixo Somandla“ (Transkription: Moritz Guttmann) zeigte der Männerchor Götzis seine tänzerischen Fähigkeiten, frei nach der südafrikanischen Weisheit: Hast du Beine, kannst du auch tanzen! Schließlich stellte der Männerchor Götzis mit „Ukuthula“, eine Zulu-Stück im Arrangement von Oskar Egle, den stürmischen Tanzeinlagen einen stimmungsvollen Kontrapunkt entgegen. Solist Karl-Heinz Högger sorgte dabei mit seiner Interpretation für tiefe Emotion.

Der Wirbelsturm „Sometimes It Snows in April“ von Prince, Arr.: Herbert Walser-Breuß, verwehte den Männerchor Götzis zum Lieblingsthema der Männer: Frauen!

In „Für Frauen ist das kein Problem“ von Anette Humpe, Max Raabe und Christoph Isreal, Arr.: Peter Schnur, deutete Solist Kurt Friedrichs ganz im Stile von Max Raabe mit „Ein Mann braucht einen Plan, damit fängt es an, aber will Mann es genau, dann fragt Mann eine Frau“ schon die Erkenntnis der Männer an, dass und warum für Frauen nichts ein Problem ist.

Aber keine Sorge, nach einem Ausflug in den deutschen Schlager mit den Stücken „Mit 66 Jahren“ (Text: Wolfgang Hofer, Melodie: Udo Jürgens, Arr.: Oliver Gies) und „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ (Test: Fred Jay, Melodie: Jack White, Arr.: Oliver Gies) ließen die Männer des Chores den Macho hochleben. Solist Manfred Mair erklärte dabei in seiner unverwechselbaren Art, warum der Latin-Lover out ist. Die wahre Frau will den „Bratislava-Lover“ von William Wahl und Thomas Aydintan, Arr.: Basta, ein echter Mann, den jede Frau will.

Frischluft bekannte hierauf: „Love ist in the Air“ von John Paul Young, Arr.: Herbert Walser-Breuß, wobei die Sängerin Carina Müller dies dem Publikum mittels eines Megaphons näherbrachte. Mit „Play Mass“ (Sons of Komet bzw. Shabaka Hutchings, Arr.: Herbert Walser-Breuß) leitete die StreetBand Frischluft zum letzten Teil des Männerchorkonzertes über. Solist Simon Ender gestand zusammen mit den übrigen Männern des Chors den Frauen des Publikums in unvergleichlich charmanter Art „You Raise Me Up“ (Josh Groban, Arr.: Ed Jojeski). Das vielschichtige, umspannende und luftig frische Programm endete schließlich mit dem Jubel des Männerchors Götzis „Glory, Glory, Hallelujah“ (Arr.: Howard Helvey).

Das Publikum entließ den Männerchor Götzis aber nicht ohne Zugaben. Mit „Lullabye“ von Billy Joel, Arr.: Philip Lawson, und „The Parting Glass“, Arr.: The Waillin’ Jennys, – letzteres von Frischluft mitbegleitet – verabschiedeten sich der Männerchor Götzis und die StreetBand Frischluft.

Der Männerchor Götzis freut sich sehr über die wirklich überwältigende Resonanz des Publikums im anschließenden Ausklang im Foyer der Kulturbühne Am Bach. Die gehörfällige, vielseitige und die sowohl thematisch als auch rhythmisch gelungene Liedauswahl von unserem einmaligen Oskar Egle, die sängerischen Leistungen der Solisten, die Gesamtperformance und das dynamisch, moderne Auftreten des Männerchor Götzis fand allseitiges Lob und Anerkennung der vielen Zuschauer.

Unser aller Dank gilt:

  • Oskar Egle für seinen unermüdlichen Einsatz für den Männerchor Götzis und für sein schier unerschöpfliches Reservat neuer Herausforderungen für uns
  • den Sängern des Männerchor Götzis für seine Freude am Männerchorgesang, seine Disziplin und seine Experimentierfreudigkeit
  • den Solisten Karl-Heinz Högger, Kurt Friedrichs, Manfred Mair und Simon Ender für deren stimmlichen Sonderleistungen
  • der StreetBand Frischluft für deren unvergleichlichen Sound und ihre Unterstützung bei unserem Konzert
  • dem Pianisten Dietmar Sigmund für seine einfühlsame Begleitung durch das Konzert
  • Bruno Fleisch und Bertram Herburger für deren gelungene Conference
  • Bruno Fleisch und Helmut Müller für den hervorragenden Vorspannfilm
  • Hugo und Thomas Ender für die grafische Gestaltung all unserer Projekte
  • dem Fotografen Georg Alfare, der uns ins richtige Licht setzt
  • dem Saalteam der Kulturbühne Am Bach für die stets unbürokratische Unterstützung
  • den Sängerfrauen für deren Verständnis für den Probenaufwand ihrer Männer
  • den Sponsoren für deren unverzichtbare, materielle Unterstützung
  • allen, die zwar nicht namentlich genannt wurden, aber für den Männerchor Götzis wichtig sind.

Nach einer kurzen Sommerpause freut sich der Männerchor Götzis bereits jetzt auf die kommenden Herausforderungen und Ihren Besuch bei unserem nächsten Konzert.

Übrigens: Wenn Sie, verehrte Leserin und Konzertbesucherin, entdecken, dass ihr Mann vor Sangesfreude nur so strotzt und seine wahre Berufung im Männerchor Götzis finden wird, dann schicken Sie Ihren Mann doch einfach in unsere nächste Probe, ab 11.09.2018 wieder jeden Dienstag um 20.00 Uhr.